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Planeten im September 2002

Die Venus ist diesen Monat noch in der Abenddämmerung zu sehen. Saturn geht ab Monatsmitte am späten Abend auf und steht in der Morgendämmerung hoch im Süden. Auch der helle Jupiter kann am Morgen gut gesichtet werden. Der rötliche Mars kann erstmals wieder Ende September in der Morgendämmerung gefunden werden.

Venus

Venus in der Abenddämmerung, dargestellt relativ zur Sonne. Die Sonne wäre jeweils 6° unter Horizont (bürgerliche Dämmerung). © CalSKY / Barmettler.
Venus in der Abenddaemmerung

Venus nähert sich nach der grössten östlichen Elongation im August nun rasch der Sonne, der sie Ende Oktober in unterer Konjunktion begegnet. Zwar erreicht die Venus ihren grössten Glanz erst Ende dieses Monats, ist aber trotzdem laufend schlechter zu beobachten: Der Planet steht für unseren Horizont in einem ungünstigem Winkel, so dass Venus nur eine Stunde nach der Sonne untergeht. In der Grafik wird deutlich, das der Winkelabstand von der Sonne noch gross ist, aber der Planet nur wenig oberhalb unseres Zentralgestirns steht.

Mit einer Helligkeit von bis zu -4.6 mag überstrahlt sie - abgesehen von Sonne und Mond - sämtliche Sterne am Himmel. Einzig einige unserer künstlichen Erdsatelliten können ähnliche Helligkeiten erreichen oder diese sogar noch übertreffen: Die Blitze der Iridium-Telekommunikationssatelliten (siehe auch unser Monatsthema zu den Iridium-Satelliten).

Merkur

Der sonnennächste Planet Merkur befindet sich Anfang Monat in der grössten Winkeldistanz von der Sonne in diesem Jahr (grösste östliche Elongation am 1. September). Allerdings verläuft die Ekliptik so ungünstig, das dieses Ereignis nicht von blossem Auge beobachtet werden kann. Als Aufsuchhilfe für mit Fernglas ausgerüstete Sterngucker kann am 8. September in der Abenddämmerung die ganz schmale Mondsichel dienen: Merkur steht rund 10° unterhalb links vom Mond, in einem Zifferblattwinkel auf etwa 8 Uhr.

Spezialisten können den kleinen Planeten bis Monatsmitte auch am Taghimmel beobachten. Im Teleskop kann dann die täglich grösser werdende Merkurscheibe gut beobachtet werden. Diese Art der Beobachtung ist aber sehr gefährlich wegen der Nähe zur Sonne, und nur erfahrenen Beobachtern empfohlen!

Merkur in der Abendämmerung, dargestellt relativ zur Sonne. Die Sonne wäre jeweils 6° unter Horizont (bürgerliche Dämmerung). Die Winkelentfernung von der Sonne erreicht zwar einen Jahresmaximalwert, aber die Bahn schneidet den Horizont sehr ungünstig. © CalSKY / Barmettler.
Merkur in der Abenddaemmerung

Saturn

Der Ringplanet Saturn geht nun wieder um Mitternacht auf und steht in der Morgendämmerung sehr hoch im Süden. Er steht wie auch das gesamte Jahr über im Sternbild Stier.

Jupiter

Jupiter verfrüht seinen Aufgang von anfangs 4 Uhr auf 2-3 Uhr. In der Morgendämmerung steht der Gasriese bereits recht hoch im Osten. Am Morgen des 4. September steht die Mondsichel wenig oberhalb von Jupiter. Vom 1. bis 8. September zieht Jupiter am bekannten offenen Sternhaufen 'Krippe' im Sternbild Krebs vorbei.

Uranus und Neptun

Die beiden entferntesten Gasriesen standen im Laufe des August in Opposition zur Sonne (sie befanden sich dann von der Erde aus betrachtet der Sonne gegenüber). Sind deshalb im September in den Abendstunden mit den angemessenen Mitteln gut zu beobachten. Beide stehen im Sternbild Steinbock und damit in den südlichsten Gefilden der Ekliptik. Die Sichtbarkeit ist deshalb recht kurz, die Planeten erreichen nur eine beschränkte Höhe über Horizont (20-30°) und der Einfluss der Erdatmosphäre mit ihren Luftturbulenzen ist recht gross. Viel darf man sich also beim Blick durch ein auch grossen Teleskop nicht erwarten.

Wenn Sie diese beiden Planeten aufsuchen möchten - die sternenförmigen Punkte sind bereits im Fernglas sichtbar, erstellen Sie sich bitte eine aktuelle Aufsuchkarte (die Bildausschnittshöhe entspricht jeweils etwa dem Winkel, der eine gespreizte, ausgestreckte Hand aufspannt): Uranus bzw. Neptun.

Mars

Mars stand am 11. August in Konjunktion mit der Sonne, und ist deshalb erstmals Ende September 2002 in der Morgendämmerung zu erhaschen. Er ist aber recht lichtschwach (+1.8mag) und steht am 21. September sogar in Sonnenferne.

Weiterführende Links

Arnold Barmettler



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27.09.2002 10:33 Uhr, Arnold Barmettler

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