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Venus vor der Sonne

Simulation des Venustransits  
Venus als schwarzer Punkt vor der Sonne. Theoretisch findet eine ringförmige Sonnenfinsternis statt, aber es ist nur ein kleiner Teil der Sonne durch den Körper abgedeckt. Simulation von A. Barmettler/CalSKY.com.

Zwei Planeten kreisen innerhalb der Erdbahn um die Sonne: Merkur und Venus. Sie sind deshalb die einzigen Planeten, die zwischen uns und der Sonne stehen können. Tritt dies ein, so ziehen sie im Laufe von Stunden als schwarzer Punkt über die Sonnenscheibe - der Astronom spricht von einem Transit. Diese Transite sind seltene Ereignisse. Bei Venus können nur maximal 2 Transite pro Jahrhundert stattfinden. Im 20. Jahrhundert fand kein Venustransit statt.

In den kommenden Jahren werden wir die Chance haben, solche seltenen Transite zu erleben. Als Generalprobe findet am 7. Mai 2003 ein Merkurtransit statt. Für alle lebenden Astronomen und Naturbeobachter tritt als Premiere am 8. Juni 2004 die Venus vor die Sonnenscheibe. Hier soll eine Vorschau auf dieses Jahrhundertereignis gegeben werden.

Was ist ein Venustransit?

Der Planet Venus kreist innerhalb der Erdbahn. Dabei steht die Venus im Mittel alle 584 Tage zwischen Erde und Sonne (untere Konjunktion). Doch genau so, wie es nicht bei jedem Neumond eine Sonnenfinsternis gibt, steht die Venus nicht bei jeder unteren Konjunktion genug genau zwischen uns und der Sonne, so dass wir uns in ihrem Schatten aufhalten würden. Nur wenn Venus bei einer unteren Konjunktion nicht viel mehr als einen Tag früher oder später auch die Ebene der Erdbahn durchstösst, also durch einen ihrer beiden Bahnknoten läuft, trifft der Venusschatten auf die Erde.

Lage der Venusbahn im Sonnensystem. Graphik von R. Brodbeck.
Grafik: Die Bahn des Planeten Venus ist gegen die Erdbahn geneigt. Deshalb treten die Venustransits nicht alle 4 Jahre auf, sondern sind seltene Jahrhundertereignisse.

Man darf sich nun aber nicht vorstellen, das es auf der Erde dunkel wird. Die Venus ist zum Zeitpunkt des Transits mehr als 42 Millionen Kilometer von uns entfernt. Sie kann deshalb nur 1 Promille der Sonnenscheibe abdecken. Entsprechend wird uns am Morgen des 8. Juni 2004 auch nur ein Promille der üblichen Helligkeit fehlen; viel zu wenig, um bemerkt zu werden. Mit einer Finsternisbrille kann man allerdings möglicherweise die Venus gerade noch als schwarzen Punkt vor der Sonne erkennen.

Bei astro!nfo finden Sie mehr zum Venus-Transit



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07.03.2002 17:50 Uhr, Dr. Roland Brodbeck

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