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Die Planeten

Mars überstrahlt auch noch im letzten Sommermonat den abendlichen Sternenhimmel, er geht nun aber bereits um 23 Uhr unter. Der Ringplanet Saturn verlegt seinen Aufgang an der Himmelsbühne auf die Zeit vor Mitternacht, gefolgt von Jupiter und Venus. Am Nachmittag des 12. September wird der Jupiter vom Mond bedeckt. v

Mars

Ansicht von Mars - alle 10 Minuten aktualisiert © CalSKY / A. Barmettler.
Mars, aktuelle Ansicht

Mars hat seine Glanzzeit für diese Annäherungsperiode hinter sich. Trotzdem ist er auch noch im letzten Sommermonat der hellste Stern am Abendhimmel. Er geht nun bereits um 23 Uhr unter. Mit etwas Glück erwischen Sie eine Phase von relativer Ruhe in der Erdatmosphähre, so dass das Teleskop von Ihrer Sternwarte Ihnen einen unverrauschten Blick auf den roten Planeten erlaubt. Wohl sind nicht mehr so viele Oberflächendetails wie im Hochsommer zu erkennen,dafü zeigt Mars nun bereits eine deutliche Phase.


Uranus und Neptun

Die beiden Felstecher-Objekte Uranus und Neptun stehen gut am Abendhimmel im Sternbild Steinbock: Uranus stand am 15. August in Opposition zur Sonne. Im Teleskop erscheinen die Planeten als grünlich-bläuliche Scheibchen, wobei der uns näher stehende und physikalisch grössere Planet Uranus rund 50% grösser erscheint.

Wenn Sie diese beiden Planeten aufsuchen möchten - die sternenförmigen Punkte sind bereits im Fernglas sichtbar -, erstellen Sie sich bitte eine aktuelle Aufsuchkarte (die Bildausschnittshöhe entspricht jeweils etwa dem Winkel, der eine gespreizte, ausgestreckte Hand aufspannt): Uranus bzw. Neptun.

Merkur

Merkur steht zwar in diesem Monat im grössten Winkelabstand von der Sonne für dieses Jahr, seine Bahn ist aber so stark gegen den lokalen Horizont geneigt, dass er nach Sonnenuntergang nur knapp über den Horizont guckt. Gleichzeitig ist er nicht sonderlich hell, so dass die Beobachtung am Tage durch ein Teleskop praktisch die einzige Möglichkeit ist, den sonnennächsten Planeten Merkur zu sehen.

Saturn

Saturn geht bereits wieder vor Mitternacht im Osten auf - ende Monat kann er ab 22h30m gesichtet werden. Er steht am Morgenhimmel etwas links (östlich) des rötlichen Stiersterns Aldebaran.

Jupiter

Jupiter erscheint anfang Monat vor 2 Uhr am Himmel, Ende Monat bereits kurz nach Mitternacht: Er ist also der helle Stern, der hoch am Morgenhimmel steht.

Gemeinsam mit den beiden anderen hellen Planeten Saturn und Venus und den hellen Sternen des Wintersechseck (Sirius, Rigel, Aldebaran, Capella, Castor/Pollux, und Procyon), ergibt sich eine hübsche, gleichmässig verteilte Sternenanordnung am Osthimmel.

Der Mond schiebt sich vor Jupiter. (Jupiter vergrössert dargestellt, Sichtwinkel von Zürich). © CalSKY / Barmettler.
Mond bedeckt Jupiter, (c) CalSKY.com

Am Nachmittag des 12 September verschwindet Jupiter hinter dem Mond. Da die Bedeckung fur den deutschen Sprachraum am Taghimmel und bei nur gut einer Handbreit Höhe über dem Nordwesthorizont stattfindet, ist das seltene Ereignis nur vom fortgeschrittenen Amateurastronomen beobachtbar. Für Zürich verschwindet Jupiter auf der hellen Seite der abnehmenden Mondsichel ein paar Sekunden nach 15:22, um um 15:45 auf der dunklen Seite wieder zum Vorschein zu kommen.

Genaue Berechnungen für Ihren Beobachtungsplatz finden Sie bei CalSKY - astro!nfo.

Venus

Venus in der Morgendämmerung, dargestellt relativ zur Sonne. Die Sonne wäre jeweils 6° unter Horizont (bürgerliche Dämmerung). © CalSKY / Barmettler.
Venus in der Morgendaemmerung

Anfang Monat erreicht die Venus ihre höchste Höhe bei Sonnenaufgang (siehe Grafik). In den nächsten Monaten nähert sie sich aber wieder rasch der Sonne. Die Venus überstrahlt zwar in ihrem weissen Licht alle anderen Sterne, im Teleskop zeigt sich allerdings nicht mehr viel: Sie schwingt sich langsam hinter der Sonne durch, deshalb erscheint die weit entfernte Oberfläche als nur kleine Scheibe ohne starke Phase.

Arnold Barmettler


Planetenüberblick

Planetenüberblick
PlanetAnblickAbendMitternachtMorgenTipp
Merkur Merkur, aktuelle Ansicht ev. am Tage im Feldstecher/Teleskopunsichtbarunsichtbar Merkur kann nur kurz vor Sonnenaufgang oder kurz nach Sonnenuntergang tief am Horizont beobachtet werden.
Venus Venus, aktuelle Ansicht unsichtbarunsichtbarheller Morgenstern im Osten Venus ist ülicherweise der hellste Stern am Abend- oder Morgenhimmel, und wird deshalb Abend- oder Morgenstern genannt.
Mars Mars, aktuelle Ansicht hellster Stern im Süden bis SüdwestenUntergang um Mitternachtunsichtbar
Mars erscheint wegen seiner rötlichen Farbe recht auffällig und kann praktisch nur mit den etwa gleich hellen Sternen Antares und Aldebaran verwechselt werden.
Jupiter Jupiter, aktuelle Ansicht unsichtbarunsichtbarHell im Osten Häufig dominiert Jupiter dank seiner Helligkeit den Nachthimmel. Nur die Venus kann noch heller scheinen.
Saturn Saturn, aktuelle Ansicht unsichtbarAufgang um MitternachtHeller Stern Der Ringplanet ist etwa so hell wie die hellsten Sterne, welche auf seiner scheinbaren Bahn am Himmel liegen. Man erkennt Saturn an seiner etwas gelblichen Farbe.

Arnold Barmettler

Erläuterungen

Anblick: Die oben gezeigten Renderings (realistische Anblicke) der Planeten werden mit CalSKY von astro!nfo alle 20 Minuten automatisch neu gerechnet. Man kann somit z.B. die Rotation von Mars und Jupiter im Laufe einiger Stunden gut verfolgen. Um neue Versionen der Renderings zu sehen, müssen Sie die Internetseite neu laden. Halten Sie dabei die Umschalttaste [shift] gedrückt, damit auch die Bilder neu vom Server geladen werden. Wenn Sie auf die Bilder klicken, können Sie sich für jeden denkbaren Zeitpunkt die Planetenansichten berechnen lassen.

Abend, Mitternacht, Morgen: In diesen Spalten wird mit "unsichtbar", "sichtbar", "gut sichtbar" und "auffällig" vermerkt, ob der jeweilige Planet sichtbar ist. Die Nacht wird dabei grob in Abend, Mitternacht und Morgen aufgeteilt. Wobei mit Abend die Zeit nach Sonnenuntergang und mit Morgen die Zeit vor Sonnenaufgang gemeint ist. Mit den Himmelsrichtungen "Norden", "Osten", " Süden", "Westen" soll die ungefähre Richtung angegeben werden, in der ein Planet zu finden ist.

Tipp: Generelle Erscheinung des Planeten, unabhängig von der momentanen Sichtbarkeit. Dies soll Ihnen helfen die Planeten auch dann zu finden, wenn Sie nicht gerade ein aktuelles Monatsbulletin zur Hand haben.





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12.10.2001 12:00 Uhr, Arnold Barmettler

astro!nfo