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[ Bild des Monats | Die wichtigsten Ereignisse ]

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Bild des Monats

Detailreichstes Bild eines Jupitermondes

Oberfläche des Jupitermondes Callisto

 

Vergrössern. Quelle: JPL / NASA.

 

Die Nasa veröffentlichte nun die detailreichsten Bilder, die jemals von einem der Jupitermonde aufgenommen wurden.

Die Bilder wurden von der NASA-Sonde Galileo im Mai 2001 gemacht und zeigen die Oberfläche des Mondes Callisto. Während des Vorbeifluges am Mond Callisto sah die Sonde kirchturmartige Spitzen, die 80 bis 100 Meter hoch über das umliegende Gelände ragen. Sie sind möglicherweise Trümmer, die vor Milliarden von Jahren aus grossen Einschlagskratern heraus geschleudert wurden und dann von eishaltigem Material zugedeckt wurden. Das Eis in dem umgebenden Material verdampfte während Milliarden von Jahren und gab so die noch langsamer erodierenden Trümmerstücke teilweise wieder frei.

Der Mond Callisto ist mit 4,800 km etwa gleich gross wie der Planet Merkur und kann auch mit kleinen Fernrohren oder besseren Ferngläsern als Sternchen neben dem Planeten Jupiter gesehen werden.

(Quelle: JPL, NASA). rbr 31.8.2001.

News

 

Erfolgreicher Kometenvorbeiflug von Deep-Space 1

Kern des Kometen Borrelly
Bild des Kerns des Kometen Borrelly. Credit: NASA/JPL/CALTEC

Die Begegnung der experimentellen Raumsonde Deep-Space 1 mit dem Kometen Borrelly sei nach NASA-Berichten sehr erfolgreich verlaufen. Die Raumsonde flog am 22. September um 22:30 in 2'200 Kilometer Distanz am Kern des Kometen vorbei. Die Missionspezialisten bestätigten, dass die Sonde ihre Kamera, das Infrarotspektromenter und weitere Instrumente erfolgreich einsetzen konnte. Die in den vergangenen Tagen zur Erde zurückgefunkten Daten wurden nun der Öffentlichkeit vorgestellt.

(Quelle: JPL / NASA) rb 25.9.2001.

 

87% dunkle Materie im Universum?



Ein Röntgenbild des intergalaktischen Gases des Galaxienhaufens EMSS 1358+6245 aufgenommen vom Chandra X-Ray Observatory. Credit: NASA/MIT/J. Arabadjis et al. Vergrössern!

Das Chandra Röntgenobservatorium hat das sehr heisse Gas zwischen den Galaxien des etwa 4 Milliarden Lichtjahre entfernten Galaxienhaufens EMSS 1358+6245 im Sternbild Drachen aufgenommen. Das Gas ist nur im Röntgenlicht sichtbar. Zusammen mit Röntgenspektren erlaubte die Aufnahme den Astronomen die Masse und Temperatur des Gases zu bestimmen.

Galaxienhaufen werden durch die Schwerkraft zusammengehalten. Dabei wurde die Masse des intergalaktischen Gases mit der Mindestmasse des Gases verglichen, die ein Auseinanderfliegen des Haufens verhindert. Die Astronomen kamen dabei zum Schluss, dass EMS 1358+6245 etwa viermal mehr sog. dunkle Materie besitzt als sichtbare.

Als dunkle Materie bezeichnet man unsichtbare Materie, die teilweise aus den bekannten, "normalen" Elementarteilchen besteht und teilweise aus völlig exotischen, bisher unbekannten Teilchen.

Insgesamt wurden mit Chandra fünf weit entfernte Galaxienhaufen untersucht. Aus den Beobachtungen wurde gefolgert, dass rund 87% der Masse des Universums aus dunkler Materie besteht. Frühere Studien erlaubten eine weit weniger genaue Aussage (80-95%).

(Quelle: Space.com und Chandra Press Release) phh 7.9.2001.

 

Schnappschuss des frühen Sonnensystems: Der Tagish Lake Meteorit



Die Bruchstücke des Tagish Lake Meteorits wurden von der Sonne aufgeheizt und schmolzen sich in die Eisdecke des Sees ein. © University of Western Ontario and the University of Calgary.

Die ersten Resultate der chemischen Analyse des Tagish Lake Meteoriten liegen nun vor. Der brüchige Meteorit fiel im Januar 2000 auf die Eisdecke des kanadischen Sees Tagish Lake.

Es handelt sich um den bisher primitivsten Meteoriten der Gruppe der kohligen Chondriten. Die organischen Verbindungen sind primitiver als die in anderen kohligen Chondriten wie z.B. Murchison. So fehlen Aminosäuren, die Bausteine irdischen Lebens, praktisch vollständig. Neben dem relativ hohen Gehalt an organischen Verbindungen, erhält der Meteorit auch hohe Konzentrationen von Karbonatmineralien und präsolaren Körnern.

Die ungewöhnliche Chemie in diesem Meteoriten wurde bereits in der Frühzeit des Sonnensystems praktisch "eingefroren" und kann als Schnappschuss der frühen Evolution organischer Moleküle in unserem Sonnensystem betrachtet werden.

Das Reflektionsspektrum vom Tagish Lake Meteoriten gleicht den Spektren von Asteroiden des Typs D. Bisher fand man keine Meteorite, die dieses Kriterium erfüllten. Es ist somit möglich, dass Tagish Lake ein Bruchstück eines D-Typ-Asteroiden ist.

(Quelle: Arizona State University und Science Express) phh 3.9.2001.

 

Mond bedeckt Jupiter

Simulation der Bedekung (CalSKY, astro!nfo)  

Simulation der Jupiterbedeckung. © CalSKY - astro!nfo

 

Am Nachmittag des 12 September verschwindet Jupiter hinter dem Mond. Da die Bedeckung fur den deutschen Sprachraum am Taghimmel und bei nur gut einer Handbreit Höhe über dem Nordwesthorizont stattfindet, ist das seltene Ereignis nur vom fortgeschrittenen Amateurastronomen beobachtbar. Für Zürich verschwindet Jupiter auf der hellen Seite der abnehmenden Mondsichel ein paar Sekunden nach 15:22, um um 15:45 auf der dunklen Seite wieder zum Vorschein zu kommen.

Genaue Berechnungen für Ihren Beobachtungsplatz finden Sie bei CalSKY - astro!nfo.

Eine weitere Herausforderung für Beobachter von Bedeckungen findet man hier.

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(Quellen: CalSKY - astro!nfo, A. Barmettler, oder Der Sternenhimmel 2001,H. Roth & R.A. Naef). rbr 31.8.2001.

 

Lösung für das Kommunikationsproblem von HUYGENS

Ende 2000 wurde bekannt, dass bei der für Ende 2004 vorgesehenen Landung auf Titan ein Komunikationsproblem zwischen dem Lander Huygens und der die Signale von Huygens empfangenden Sonde Cassini zu erwarten ist. Bei der Planung und dem Bau von Sender und Empfänger wurde schlicht übersehen, dass sich Cassini wärend der Landung von Huygens auf dem Saturnmond Titan mit einer Geschwindigkeit von 5 Kilometer pro Sekunde diesem Mond nähern würde. Die Dopplerverschiebung der Signale ist deshalb so gross, dass der Empfänger nicht mehr genau auf die Frequenz der bei Cassini eintreffenden Signale abgestimmt ist. Dies würde eine schmerzliche Reduktion der übertragbaren Datenmenge bedeuten.

Einen neuen Empfänger einbauen kann man nicht, da die Raumsonde bereits auf dem Weg zu Saturn bzw. Titan ist. Die Lösung sieht nun so aus, dass Cassini anders an Titan vorbei fliegen wird vorgesehen, um die Relativgeschwindigkeit zwischen Lander und Cassini zu verringern. Es wird nun nicht, wie früher geplant, die Sonde fast direkten Kurs auf Titan nehmen, um nach der Landung von Huygens in nur 1800 km Distanz über Titan zu fliegen, sondern Cassini bleibt in 65'000 km Distanz zum Titan, gewissermassen auf Parallelkurs zum Lander mit deutlich geringerer Relativgeschwindigkeit.

(Quelle: ESA) rbr 31.8.2001.

Mehr über Cassini

 

Rettungsplan für ARTEMIS

Am 5. Juli 2001 starteten zwei Satelliten an der Spitze der stärksten europäischen Trägerrakete, der Ariane 5. Unglücklicherweise lieferte die 3. Stufe 20% zuwenig Schub und schaltete sich 80 Sekunden zu früh ab. Man vermutet ein Leck in einer Treibstoffleitung als Ursache. Die beiden Satelliten, die eigentlich auf eine bis zur geostationären Bahn reichenden Orbit gebracht werden sollten wurden in einer zu niedrigen Umlaufbahn ausgesetzt, die nur bis 17'528 Kilometer Höhe anstatt fast 36'000 km reicht. Während der japanische Fernsehsatellit BSAT-2b als verloren angesehen werden muss, kann der europäische ARTEMIS noch gerettet werden. Er verfügt nämlich über ein experimentelles Ionentriebwerk. Zunächt soll das eingentlich für den Einschuss in die geostationäre Bahn vorgesehene konventionelle Triebwerk den Satelliten in eine kreisförmige Umlaufbahn in 31'000 km Höhe bringen. Dies ist noch tiefer als die geostationäre Bahn. Ab hier soll das Ionentriebwerk ARTEMIS auf die korrekte Bahn anheben. Dazu muss das nur ganz wenig Schub liefernde Triebwerk mehrere Monate arbeiten.

(Quelle: ESA) rbr 31.8.2001.

 

Natürliche Übertragung von Mikroorganismen von Planet zu Planet möglich

Falls früher einmal Leben auf dem Mars existiert hätte, könnte es in Meteoriten eingeschlossen die Erde erreicht haben. Wissenschafter untersuchten den Meteoriten ALH84001 auf Magnetisierungen. Wäre der auf der Erde gefundene Stein vom Mars beim Eintritt in die Erdatmosphäre sehr heiss geworden, so wurde er noch in der Richtung des lokalen magnetischen Feldes magnetisiert. Die Forscher vom Califonia Institute of Technology (Benjamin Weiss) fanden mehrere unterschiedliche Magnetisierungen im Stein, die wohl durch Brüche noch auf Mars selbst verursacht wurden. Diese Untersuchungen lassen nun den Schluss zu, dass es im inneren des Steins zu keinem Zeitpunkt heisser war als 40°C. Somit wären Mikroben nicht abgetötet worden, wenn es sie gegeben hätte.

Die ESA führt Tests durch, die zeigten, dass Mikroben auch unter Weltraumbedingungen mindestens 7 Jahre (solange dauert der Test bereits) überleben können. Somit stellt auch die Reise vom Mars zur Erde kein grundsätzliches Hindernis für Marsmikroben dar. Es wird geschätzt, dass es etwa alle Million Jahre auf dem Mars einen Einschlag gibt, der gross genug ist, das genug Material in den Weltraum geschleudert wird, um Leben von Mars zu Erde zu transportieren. Einen Beweis, dass jemals tatsächlich Mikroben vom Mars die Erde erreichten, gibt es jedoch nicht. Auch ist es noch längst nicht allgemein anerkannt bewiesen, dass es auf dem Mars selbst jemals Mikoroben gab.

(Quelle: ESA) rbr 31.8.2001.

 

Mars Odyssee 2001 verliert ein Experiment

Die Raumsonde Mars Odysee 2001, die in weniger als drei Monaten den roten Planeten erreichen wird, musste das Strahlungsexperiment (Mars Radiation Environment Experiment, MARIE) abschalten. Dieses hatte auf Steuerungsbefehle nicht mehr geantwortet. MARIE sollte die Strahlungstärke auf dem Weg von der Erde zum Mars messen, um die Gefahr für zukünftige bemannte Missionen besser abschätzen zu können.

(Quelle: JPL /NASA) rbr 31.8.2001.

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Ceres doch nicht der grösste Asteroid?

Im vergangenen Mai entdeckte Robert L. Millis und sein Team vom Lovell Observatorium ein schwaches Sternchen 20. Grössenklasse, dass sich langsam im Sternbild Skorpion bewegte. In der Zwischenzeit konnte nun das Objekt 2001 KX76 weiter verfolgt, und in den Archiven Aufnahmen gefunden werden, die das sich am äusseren Rand des Planetensystems aufhaltende Objekt ebenfalls zeigten. Damit konnte nun die Bahn besser bestimmt werden. Sein Durchmesser kann nun wegen der besser bekannten Distanz ebenfalls besser angegeben werden und wird nun auf mindestens 1200 vielleicht sogar 1400 Kilometer geschätzt. Damit wäre 2001 KX76 grösser als die zwischen Mars und Jupiter um die Sonne kreisende Ceres die mit 1000 Kilometer Durchmesser bisher als grösster Planetoid galt.

2001 KX76 befindet sich zur Zeit in 6500 Millionen Kilometern Distanz. Er umkreist die Sonne auf einer ähnlichen Bahn wie Pluto und befindet sich wie der kleinste der Planeten auch in einer dynamischen Resonanz mit Neptun. Die mittlere Distanz von 2001 KX76 beträgt 39.9 mal die Distanz Erde Sonne und er braucht 252 Jahre, um die Sonne einmal zu umkreisen.

(Quelle: ESA) rbr 31.8.2001.

Mehr über Asteroiden

 

Bedeckung eines hellen Sterns durch Titania

Voyager2-Bild von der Oberfläche des
			 Uranusmondes Titania  

Uranusmond Titania. © Planetary Photojournal.

 

Amateurastronomen im Westen Europas und im Norden Südamerikas können am frühen Morgen des 8. Septembers 2001 knapp vor 2 Uhr Weltzeit eine seltene Sternbedeckung beobachten. Dabei wird der Uranusmond Titania den in einem Fernglas sichtbaren Stern ZC3167 (TYC5799-10221-1, 7.2m) für max. eine Minute abdecken. Mit einem kleinen Fernrohr wird man Titania selbst nicht beobachten können. Man wird lediglich sehen, wie plötzlich der dicht neben Uranus stehende Stern verschwindet, um nach etlichen Sekunden wieder aufzutauchen. Die professionellen Astronomen werden die Bedeckung nutzen, um beim Verschwinden und Auftauchen des Sterns nach Hinweisen einer möglichen dünnen Atmosphäre des Uranusmondes zu suchen.

Im deutschen Sprachraum wird das Ereignis um 3:57 Uhr Sommerzeit zu sehen sein. Im Südwesten Deutschlands und in der Schweiz sind die Bedingungen noch einigermassen akzeptabel. Uranus wird erst eine Stunde nach der Bedeckung untergehen (z.B. in Zürich). Gegen Nordosten werden die Beobachtungsbedingungen zunehmend ungünstiger sein. Uranus und damit auch der Mond Titania werden kurz nach der Bedeckung untergehen. Eine Beobachtung so nahe am Horizont ist sehr schwierig. Bessere Bedingungen als in Mitteleuropa trifft man auf der Iberischen Halbinsel an.

Der "Titaniaschatten" misst auf der Erde etwa 1600 Kilometer im Durchmesser. Die Unsicherheit der Position des Weges des "Titaniaschattens" über die Erde ist etwa gleich gross. Somit ist es nicht 100% sicher, dass wir die Bedeckung in Mitteleuropa auch tatsächlich sehen können.

Untergang des Planeten Uranus am frühen Morgen des 8. Septembers 2001 für ein paar Städte.

Stadt

Uranusuntergang (Sommerzeit)

Bedeckung beobachtbar

Berlin

04:18

schlecht

Bonn

04:49

ja

Dresden

04:21

schlecht

Frankfurt

04:44

ja

Madrid

05:55

gut

München

04:37

ja

Wien

04:18

schlecht

Zürich

04:51

ja

(Quelle Bedeckungsverlauf: R.W. Sinnott Sky & Telescope, Uranusuntergänge von astro!nfo, rbr, 21.8.2001)

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12.10.2001 12:00 Uhr, Arnold Barmettler

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