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[ Bild des Monats | Die wichtigsten Ereignisse ]

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Bild des Monats

Sternhaufen als Trümmer kosmischer Zusammenstösse

Stephan's Quintet

 

Vergrössern. Quelle: Space Telescope Science Institute, STSCI.

 

Diese mit dem Weltraumteleskop Hubble gemachte Nahaufnahme von Stephans Quintett - eine Gruppe von fünf Galaxien - zeigt eine Kette der hellen Sternhaufen, die wie ein Diamantenkette funkeln. Jeder der Sternhaufen beherbergt bis zu einer Million Sternen. Ihre Entstehung wurde von heftigen Wechselwirkungen zwischen den Mitgliedern der Galaxiengruppe verursacht. Die Zusammenstösse zwischen den Galaxien haben auch die Form der Galaxien verzerrt und verursachten verlängerte gewundene Arme und lange Ausläufer. Die bläuliche Farbe der Sternhaufen zeigt, dass ihre Sterne verhältnismässig jung sind. Die Altersspanne reicht von ungefähr 2 Million bis zu einer Milliarde Jahren.

Das Galaxienquintett steht im Sternbild Pegasus, 270 Million Lichtjahre entfernt. Die Galaxiengruppe wurde von Edouard M. Stephan 1877 entdeckt.

(Quelle: Space Telescope Science Institute, STSCI). phh 30.7.2001.

News

 

Bedeckung eines hellen Sterns durch Titania

Voyager2-Bild von der Oberfläche des
			 Uranusmondes Titania  

Uranusmond Titania. © Planetary Photojournal.

 

Amateurastronomen im Westen Europas und im Norden Südamerikas können am frühen Morgen des 8. Septembers 2001 knapp vor 2 Uhr Weltzeit eine seltene Sternbedeckung beobachten. Dabei wird der Uranusmond Titania den in einem Fernglas sichtbaren Stern ZC3167 (TYC5799-10221-1, 7.2m) für max. eine Minute abdecken. Mit einem kleinen Fernrohr wird man Titania selbst nicht beobachten können. Man wird lediglich sehen, wie plötzlich der dicht neben Uranus stehende Stern verschwindet, um nach etlichen Sekunden wieder aufzutauchen. Die professionellen Astronomen werden die Bedeckung nutzen, um beim Verschwinden und Auftauchen des Sterns nach Hinweisen einer möglichen dünnen Atmosphäre des Uranusmondes zu suchen.

Im deutschen Sprachraum wird das Ereignis um 3:57 Uhr Sommerzeit zu sehen sein. Im Südwesten Deutschlands und in der Schweiz sind die Bedingungen noch einigermassen akzeptabel. Uranus wird erst eine Stunde nach der Bedeckung untergehen (z.B. in Zürich). Gegen Nordosten werden die Beobachtungsbedingungen zunehmend ungünstiger sein. Uranus und damit auch der Mond Titania werden kurz nach der Bedeckung untergehen. Eine Beobachtung so nahe am Horizont ist sehr schwierig. Bessere Bedingungen als in Mitteleuropa trifft man auf der Iberischen Halbinsel an.

Der "Titaniaschatten" misst auf der Erde etwa 1600 Kilometer im Durchmesser. Die Unsicherheit der Position des Weges des "Titaniaschattens" über die Erde ist etwa gleich gross. Somit ist es nicht 100% sicher, dass wir die Bedeckung in Mitteleuropa auch tatsächlich sehen können.

Untergang des Planeten Uranus am frühen Morgen des 8. Septembers 2001 für ein paar Städte.

Stadt

Uranusuntergang (Sommerzeit)

Bedeckung beobachtbar

Berlin

04:18

schlecht

Bonn

04:49

ja

Dresden

04:21

schlecht

Frankfurt

04:44

ja

Madrid

05:55

gut

München

04:37

ja

Wien

04:18

schlecht

Zürich

04:51

ja

(Quelle Bedeckungsverlauf: R.W. Sinnott Sky & Telescope, Uranusuntergänge von astro!nfo, rbr, 21.8.2001)

 

Flug über Jupitermond Io

Galileo-Bild von der Oberfläche des Jupitermondes Io  

Amirani-Gebiet auf Io. Quelle: Planetary Photojournal.

 

NASA's Galileo Raumsonde flog am 6. August, 04:59 Weltzeit, in nur 200 Kilometern Höhe über den im hohem Grad vulkanischen Jupitermond Io. Die Flugbahn von Galileo führte dabei mehr oder weniger über den Nordpol. Dabei wurde der noch vor wenigen Monaten aktive Vulkan "Tvashtar" direkt überflogen.

Im starken Magnetfeld des Jupiters werden geladene Teilchen (Elektronen, Protonen) des Sonnenwindes gefangen. Deshalb muss die Raumsonde Galileo in einem Strahlungsgürtel operieren, der für einen Menschen tödlich wäre. Diese Strahlung hat wiederholt auch die Bordelektronik von Galileo beeinträchtigt. Erste Telemetriedaten zeigen, dass aufgrund eines Kameraausfalls 9 von 16 programmierten Aufnahmen nicht gemacht wurden. Die übrigen Daten und Bilder werden im Laufe der kommenden Wochen zur Erde zurück gefunkt.

(Quelle: JPL/NASA, rbr, 07.8.2001)

 

Feuerkugel über dem Nordosten der USA

Am frühen Morgen des 23. Juli 2001 nach Sonnenaufgang erlebte der Nordosten der USA zwischen der Grenze zu Kanada und New-York eine helle Feuerkugel. Während zunächst von einer von Süden nach Norden laufenden Flugbahn des in der Erdatmosphäre verglühenden Brockens aus dem Weltraum angenommen wurde, publizierte nun das amerikanische Verteidigungsministerium präzise Satellitenmessungen. Diese zeigen nun eine von Osten nach Westen verlaufende Bahn. Das Verglühen begann in 82 Kilometer Höhe und endete 32 km über dem Boden. Ob ein oder mehrere Meteoriten danach zu Boden fielen oder sich der einfallende Körper vollständig auflöste ist unklar.

Der im Sonnensystem driftende Metroroid traf mit einer Geschwindigkeit von 17 bis 20 Kilometern pro Sekunde auf die Erdatmosphäre. Dies ist typisch für einen Ursprung im Asteroidengürtel. Die gemessene freigesetzte Energie belief sich auf 20% der Hiroshima-Atombombe. Somit war der Körper etwa 60-70 Tonnen schwer. Das wäre ein Fels von etwa 4 Metern Grösse gewesen.

(Quelle: S &T, Skypub, rbr, 30.7.2001)

 

Der globale Mars-Staubsturm dauert an

Mars im Fernrohr der Urania-Sternwarte Zürich. © M. Pesendorfer.  
Planet Mars. © M. Pesendorfer.

Am 21. Juni 2001 überquerte der Kernschatten des Mondes das südliche Afrika. Tausende Touristen waren in die im Bereich der totalen Sonnenfinsternis gelegene Millionenstadt Lusaka in Sambia gereist, um nach der verregneten europäischen Finsternis von 1999 nun bei wolkenlosem Himmel eine totale Finsternis zu erleben. Sie wurden nicht enttäuscht. Am Tag der Sonnenfinsternis war der Himmel über Sambia wolkenlos.

Nach wie vor verhüllt ein Staubsturm den Mars. Es ist leider nicht anzunehmen, dass der Staubsturm rasch abklingen wird. Somit wird bei dieser Marsnähe der rote Planet dem Fernohrbeobachter kaum Details zeigen. Für die Wissenschaftler bietet der Staubsturm die Gelegenheit, die Marsatmosphäre besser zu verstehen. Mit den Instrumenten des seit 1997 den Mars umkreisenden Mars Global Surveyor kann die Entwicklung des Sturms verfolgt werden.

(Quelle: JPL/NASA) rb, 30.07.2001

 

Fehlstart für Sonnensegel-Test

Cosmos 1 Start, Gemälde

Start von Cosmos 1. Painting: Michael Carroll, (c) The Planetary Society.

Sonnensegel sollen in der Zukunft dazu dienen, Raumsonden kostengünstig von Planet zu Planet zu transportieren. Eine hauchdünne Folie reflektiert dabei das Sonnenlicht und wird vom Druck des Lichts (und nicht etwa vom Sonnenwind) vorangebracht.

Ein technisches Problem dabei ist die Entfaltung der sehr grossen fragilen Folie im Weltraum. Dies wollte die Planetary Society bei einem Suborbitalflug testen. Das Entfaltungsexperiment wurde Ende Juli 01 von einem russischen Atomunterseeboot an Bord einer Interkontinentalrakete gestartet. Während des Parabelfluges der Rakete herrschen für ein paar Minuten Schwerelosigkeit, die man für den Entfaltungstest nutzen wollte.

Leider konnten die Russen das Signal zur Trennung von Raketenoberstufe und Experiment nach Brennschluss nicht erfolgreich zur Rakete übermitteln. Deshalb konnte das Entfaltungsexperiment nicht durchgeführt werden. Die Planetary Society verhandelt nun, um (gratis) eine Wiederholung des Experiments zu erreichen.

(Quelle: The Planetary Society), rbr, 30.07.2001 30.6.2001

 

Das Tauziehen um die Plutomission geht weiter.



Pluto-Express-Mission. © JPL/NASA

Der fernste Planet des Sonnensystems - Pluto - benötigt 248 Jahre für einen Umlauf um die Sonne. Zur Zeit hält sich Pluto in den sonnennäheren Teilen seiner exzentrischen Bahn auf. Ende des 20. Jahrhunderts war er für ein paar Jahre sogar der Sonne etwas näher als Neptun. In der Zeit der Sonnennähe entwickelt Pluto auch eine dünne Atmosphäre, die bei zunehmender Distanz zu Sonne und sinkenden Temperaturen sich als Reif auf der Oberfläche niederschlagen wird. Dies wird ca. im Jahr 2020 geschehen.

Um diese Plutoatmosphäre noch beobachten zu können, sollte so bald wie möglich ein Raumschiff von der Erde starten, denn die Reise dahin dauert je nach Details der gewählten Flugbahn ein bis zwei Jahrzehnte.

Es war bereits eine Mission namens Pluto-Kuiper-Express geplant, doch wurde sie aus Geldmangel abgesagt. Nach Protesten wird nun doch ein neuer Vorschlag geprüft. Eine Kommission des US-Senates hat nun 25 Millionen Dollar des NASA-Budgets für die weitere Untersuchung zweier Vorschläge zum Besuch von Pluto und weiteren in ähnlicher Entfernung um die Sonne kreisenden Objekte bewilligt. Dies bedeutet aber noch lange nicht, dass eine Plutomission später tatsächlich genehmigt wird.


(Quelle: The Planetary Society), rbr 30.7.2001

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16.10.2001 16:47 Uhr, Arnold Barmettler

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