News
[ Bild des Monats | Die wichtigsten Ereignisse ]
Diese Seite wird laufend an das aktuelle Geschehen in Astronomie und Raumfahrt angepasst.
| Bild des Monats |
|
Einen spektakulären Schnappschuss von einem Staubtornado machte Mars Global Surveyor. In Bildmitte erkennt man den Wirbelsturm, links davon die hinterlassene Spur auf der Marsoberfläche (feine weisse Linie), die dicke schwarze Linie rechts ist der Schatten des Staubwirbels.
(Quelle: NASA/JPL/SSE).
phh 30.6.2001.
|
| News |
Grosser Staubsturm auf Mars
| | | Planet Mars. © M. Pesendorfer. | |
Die Wissenschaftler des Marssatelliten "Mars Global Surveyor" der NASA beobachten zur Zeit den grössten Staubsturm seit der Satellit 1997 in eine Marsumlaufbahn einschwenkte. Der Sturm rast aktuell über ungefähr die Hälfte des Planeten. "Dieses ist bei weitem der grösste Sturm, den wir während der Mission des Mars Global Surveyor gesehen haben", sagte Dr. Philip Christensen Arizona State University in Tempe. Die Wissenschaftler erwarten, dass der Sturm weiter zunimmt. Möglicherweise wird er ein globaler Sturm von der Art, wie er während der Missionen Mariner 9 und Viking in den siebziger Jahren gesehen wurde.
Auch für den irdischen Beobachter und Sternwartenbesucher bliebe ein globaler Staubsturm auf
Mars nicht ohne Bedeutung. Trotz der gegenwärtigen Nähe des Mars wären auf dem
kleinen, gelb-rötlichen Marsscheibchen die schon unter normalen Umständen nicht leicht
erkennbaren Helligkeitsunterschiede (siehe nebenstehendes Foto) noch weniger sichtbar.
(Quelle: JPL/NASA, rbr, 10.7.2001)
|
Erste Sonnenfinsternis des 3. Jahrtausends war ein Erfolg
Am 21. Juni 2001 überquerte der Kernschatten des Mondes das südliche Afrika. Tausende Touristen waren in die im Bereich der totalen Sonnenfinsternis gelegene Millionenstadt Lusaka in Sambia gereist, um nach der verregneten europäischen Finsternis von 1999 nun bei wolkenlosem Himmel eine totale Finsternis zu erleben. Sie wurden nicht enttäuscht. Am Tag der Sonnenfinsternis war der Himmel über Sambia wolkenlos.
Es gab auch wenige Finsternisreisende, die sich entlang des Pfades der totalen Sonnenfinsternis Richtung Westen wagten, um dort die Finsternis unter etwas günstigeren astronomischen Bedingungen im afrikanischen Busch abseits des Touristenstroms zu erleben. Das nebenstehende Bild der Korona wurde vom Autor in der Nähe des Ortes Mushima ca. 200 Kilometer westlich von Lusaka aufgenommen.
Lesen Sie hier den Reisebericht.
(Quelle: eclipse page, rb, 01.07.2001)
|
Komet C/2001 A2 (LINEAR) von Auge sichtbar
Der Komet C/2001 A2 (LINEAR) ist am Morgenhimmel zu sehen. Mit einer Helligkeit von 4 mag kommt er aber keineswegs an die Pracht der grossen Kometen der 90er - Hale-Bopp oder Hyakutake - heran. Ein Feldstecher und eine Aufsuchkarte hilft bei der morgentlichen Sichtung.
(Quelle: Comet Observation Page) phh
30.6.2001
|
Braune Zwerge - Sterne oder Planeten?

ESO New Technology Teleskop Bild der Trapez Region im Orion. Das Falschfarbenbild ist durch Kombination von Beobachtungen entstanden, welche durch 3 verschiedene nah-infrarot Filtern gemacht wurden. Blinkend überlagert sind die Positionen der sehr schwach leuchtenden und deshalb hier nicht erkennbaren Braunen Zwerge. Doppelringe markieren die Positionen der Braunen Zwerge welche von einer Staubscheibe umgeben sind, einfache Ringe markieren die Positionen der Braunen Zwerge für die keine Spuren einer Staubscheibe detektiert wurden.
|
|
Am alle sechs Monate stattfindenden Treffen der American Astronomical Society Anfang Juni, hat ein internationales Team von Astronomen neue Beobachtungen der Trapezregion im Orion mit dem 3.5-m New Technology Teleskop (NTT) der Europäischen Südsternwarte ESO vorgestellt. Diese Infrarot-Bilder deuten darauf hin, dass Braune Zwerge entstehungsgeschichtlich mehr mit Sternen als mit Planeten gemein haben.
Vor der Entdeckung von Braunen Zwergen vor 5 Jahren hätte sich Aschenputtel beim Sortieren von Sternen und Planeten keine grossen Gedanken machen müssen. Sterne wären Objekte gewesen, welche mindestens etwa 70 Mal mehr Masse auf die Waage gebracht hätten als Jupiter. Planeten wären Objekte mit höchstens etwa 10 Jupitermassen gewesen. Die Masse war ein auch physikalisch begründbares gutes Sortierkriterium, denn nur Objekte mit mehr als etwa 70 Jupitermassen sind schwer genug um für längere Zeit Wasserstoff in Ihrem Kern zu Fusionieren, die Energiequelle, welche Sterne wie unsere Sonne zum Leuchten bringt. Objekte leichter als 10 Jupitermassen sind zu leicht, um längere Zeit irgend eine Art von Fusionsprozessen zu ermöglichen. Seit aber immer mehr der durch zeitweise Deuterium-Fusion schwach leuchtenden Braunen Zwerge, mit Massen zwischen derjenigen von Sternen und Planeten, entdecket wurden, stellt sich die Frage nach einem zusätzlichen Sortierkriterium. Dies könnte zum Beispiel die Entstehungsgeschichte des Objektes sein.
Schon länger bekannte Entstehungsmodelle gehen davon aus, dass Sterne aus kollabierenden Molekül- und Staubwolken entstehen. Junge, gerade gebildete Sterne sind dabei anfänglich noch von Überresten der Wolke eingehüllt. Diese Überreste haben dabei die Form von Scheiben, in deren Zentrum der junge Stern versteckt ist. In diesen Molekül- und Staubscheiben bilden sich dann durch weitere gravitationelle Verdichtung die Planeten.
Dies ist auch das Modell, welches zur Entstehung unseres Sonnensystems verwendet wird.
Das beschriebene Entstehungsmodell legt nahe, dass wenn Molekül- und Staubscheiben um junge Braune Zwerge gefunden werden, dies darauf hindeutet, dass Braune Zwerge gleich entstehen wie Sterne. Braune Zwerge wären in dem Fall einfach Objekte, die etwas zu wenig Masse beim Kollaps der Molekül- und Staubwolke bekommen haben um Wasserstoff-Fusion für längere Zeit aufrecht zu erhalten und so zu einem Stern zu werden.
Da der Staub in den Scheiben um junge Sterne relativ warm ist, emittieren die Scheiben Wärmestrahlung, das heisst infrarotes Licht. Man würde deshalb annehmen, dass falls vorhanden, auch Scheiben um junge Braune Zwerge infrarotes Licht emittieren.
Um nach solchen Spuren von Scheiben um junge Braune Zwerge zu suchen, hat ein internationales Team aus Astronomen mit dem ESO New Technology Teleskop infrarot Bilder der Trapez Region im Orion gemacht.
Dies ist eine Gegend mit vielen bekannten jungen Sternen. In den Beobachtungen wurden neu auch über 100 dieser schwach leuchtenden Braune Zwerge gefunden.
Das entscheidende Frage ob diese Braunen Zwerge infrarotes Licht aussenden, in der Art und Weise, welche typisch für warme Staubscheiben ist, konnte mit diesen Beobachtungen erfolgreich untersucht werden.
60 Prozent der gefundenen Braunen Zwerge leuchten im infraroten so wie man es für einen von einer Staubscheibe umgebenen jungen Braunen Zwerg erwarten würden. Dies wird von den Astronomen als klarer Hinweis darauf verstanden, dass Sterne und Braune Zwerge prinzipiell gleich entstehen. Die Anwesenheit von Staubscheiben um Braune Zwerge bedeutet auch, dass Braune Zwerge in ihrer späteren Entwicklung vielleicht sogar wie Sterne, ihre grösseren Brüder, von Planeten umkreist werden.
(Quelle: ESO Press Release 14/01) thd
30.6.2001
|
'Freifliegende' Riesenplaneten im Kugelsternhaufen M22

Schematische Darstellung von Microlensing: Lichtstrahlen von einem entfernten Hintergrundstern der Milchstrasse werden von einem Riesenplaneten im Kugelsternhaufen M22 gebogen und fallen so ins Teleskop. Grafik: astro!nfo/phh. Vergrössern.
|
|
Wenn ein schwerer Planet oder Brauner Zwerg vor einem Hintergrundstern durchzieht, werden die Lichtstrahlen des hinteren Sterns durch das Schwerefeld des vorderen Objekts angezogen und dadurch gebogen (siehe Grafik). Dadurch erscheint der Hintergrundstern für die Dauer des Durchgangs heller als normal, da Lichtstrahlen in das Auge des Beobachters fallen, die sonst neben ihm vorbeilaufen würden. Der Planet oder Braune Zwerg wirkt wie eine Linse, man bezeichnet ein solches Ereignis deshalb als Microlensing. Diese Ereignisse sind aber sehr selten und unvorhersagbar, da die 'linsenden' Planeten oder Braunen Zwerge selbst nicht sichtbar sind, und den Stern im Hintergrund genau bedecken müssen.
Astronomen haben nun mit dem Hubble Weltraumteleskop während 4 Monaten 83'000 Sterne unserer Milchstrasse auf die für Microlensing charakteristischen Helligkeitsschwankungen überwacht, die hinter dem Kugelsternhaufen M22 im Sternbild Schütze liegen. Insgesamt konnten 7 Microlensing-Events beobachtet werden, wobei 6 davon von Planeten stammen müssen, die mindestens 80 Erdmassen haben (im Vergleich: Jupiter hat 318 Erdmassen). Die Sterne erschienen dabei während weniger als 20 Stunden doppelt so hell wie normal. Die dabei aufgezeichnete Lichtkurve erlaubte dabei die Masse der Gravitationslinse abzuschätzen.
(Quelle: NASA ) phh
30.6.2001
|
Newsarchiv:
|