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Die Planeten

Der Gasplanet, der den Himmel seit Anfang Jahr dominiert hat, Jupiter, verlässt die Bühne in diesem Monat. Sein Nachfolger wird der rote Planet Mars, der in den nächsten Monaten das Prunkstück am Planetenhimmel sein wird.
Der flinke Planet Merkur hält diesen Monat sein bestes Stelldichein in diesem Jahr und kann jeweils tief in der Abenddämmerung gesichtet werden.
Venus baut ihre Stellung als Morgenstern weiter aus.

Merkur

Merkur in der Abenddämmerung, dargestellt relativ zur Sonne. Die Sonne wäre jeweils 6° unter Horizont (bürgerliche Dämmerung). © CalSKY / Barmettler.
Merkur in der Abenddaemmerung

Merkur erreicht im Mai die beste Abendsichtbarkeit in diesem Jahr und kann fast den gesamten Monat gesehen werden: Am Abend des 5. Mai steht Merkur in der selben Höhe über Horizont wie Saturn (4° rechts), nur bedeutend heller. In den folgenden Tagen erreicht Merkur rasch einen grösseren Horizontabstand. Am 14. steht dann Merkur nur wenige Monddurchmesser rechts von Jupiter. Erst am 21. Mai steht Merkur im grössten Winkelabstand zur Sonne (östliche Elongation mit über 22°). Die Helligkeit nimmt hingegen während des Monats kontinuierlich ab: Am 1. Mai -1.5m und am 31. Mai nur noch 1.6m. Zwei Tage nach Neumond, am 22. Mai, steht die schmale Mondsichel etwa 5° links von Merkur.

Jupiter und Saturn

Dieses Bild vom 20. Mai zeigt Merkur (oben) und Jupiter (unten) in der Abenddämmerung. © R. Brodbeck.
Merkur und Jupiter in der Abenddaemmerung

Jupiter hält diesen Monat seine Abschiedsvorstellung am Abendhimmel - er kann noch bis Ende Monat gut in der Abenddämmerung erkannt werden. Er ist der hellste Stern in dieser Himmelsgegend. Gegen ende Monat wird es aber schon bedeutend schwieriger, ihn in der hellen Dämmerung zu erkennen.
Saturn hat sich seit der engen Begegnung mit Jupiter im letzten Jahr bereits weit von diesem entfernt, und geht bereits nun gute Stunde früher unter als Jupiter. Gleichzeitig ist er auch noch ganze 2 Helligkeitsklassen lichtschwächer als sein grosser Nachbar. Deshalb kann Saturn nur noch bis Mitte Mai in der Dämmerung erhascht werden - er steht bereits am 25. Mai in Konjunktion mit der Sonne (kleinster Winkelabstand). Aber bereits im Juni können geübte Beobachter den Ringplaneten in der Morgendämmerung ausfindig machen.

Mars

Der rötlich am Himmel erscheinende Planet geht innerhalb der ersten Stunde nach Mitternacht auf und ist ideal am Morgenhimmel zu sehen. Er steht in der Gegend zwischen den Sternbildern Skorpion, Schütze und Schlangenträger - in den tiefsten Regionen der Ekliptik. Er wird am 9. und 10. Mai vom Mond Besuch erhalten, der dann in seiner Nähe stehen wird.
Im Laufe dieses Monats wird Mars markant heller und im Teleskop wächst sein Durchmesser fast 50% an. In diesem Jahr kommt uns Mars im Juni sehr nahe und erscheint deshalb besonders hell und im Teleskop gross. In zwei Jahren kommt uns der Planet jedoch noch etwas näher. Die Abendhimmel im Sommer werden unseren ässeren Nachbarplaneten gehören: Lernen Sie mehr über die Show des roten Planeten.

Venus

Venus in der Morgendämmerung, dargestellt relativ zur Sonne. Die Sonne wäre jeweils 6° unter Horizont (bürgerliche Dämmerung). © CalSKY / Barmettler.
Venus in der Morgendaemmerung

Venus ist der Morgenstern am Osthimmel. Am 4. Mai strahlt unser Nachbarplanet in grösster Helligkeit (Brillianz). Venus entfernt sich nun rasch von der Erde; bereits im kleineren Teleskop können Sie beobachten, wie die Venusscheibe kleiner wird. Anfang Monat zeigt sich eine Sichelgestalt, während Ende Mai bereits Halbvenus ist. Am 19. Mai wird die abnehmende Mondsichel - 3 Tage vor Neumond - an der Venus vorbeiziehen. Lassen Sie sich die zu erwartende Sichelgestalt berechnen. (Lesen Sie die ausführliche Beschreibung der Venus, deren Erforschung und Bewegung.)
Wie Sie aus dem Diagramm ersehen, steht die Venus relativ zur Sonne zum Zeitpunkt der bürgerlichen Dämmerung im Mai und Juni praktisch still - in einem Abstand von etwa 45°.

Uranus und Neptun

Die beiden bereits im Fernglas sichtbaren Planeten zeichnen sich nun in der Morgendämmerung ab, gehen aber weitherhin erst nach Mitternacht auf. Beide stehen im Sternbild Steinbock. Wenn Sie diese beiden Planeten aufsuchen möchten, erstellen Sie sich bitte eine Aufsuchkarte: Uranus, bzw. Neptun.

Arnold Barmettler


Planetenüberblick

Planetenüberblick
PlanetAnblickAbendMitternachtMorgenTipp
Merkur Merkur, aktuelle Ansicht tief in der Abenddämmerung
Untergang um 23 Uhr (zw. 15. und 28. Mai)
unsichtbarunsichtbar Merkur kann nur kurz vor Sonnenaufgang oder kurz nach Sonnenuntergang tief am Horizont beobachtet werden.
Venus Venus, aktuelle Ansicht unsichtbarunsichtbarHeller Morgenstern im Osten Venus ist ülicherweise der hellste Stern am Abend- oder Morgenhimmel und wird deshalb Abend- oder Morgenstern genannt.
Mars Mars, aktuelle Ansicht unsichtbarunsichtbarsichtbar
ab 1 Uhr Richtung Osten, um 5 Uhr im Süden
Mars erscheint wegen seiner rötlichen Farbe recht auffällig und kann praktisch nur mit den etwa gleich hellen Sternen Antares und Aldebaran verwechselt werden.
Jupiter Jupiter, aktuelle Ansicht helles Objekt im Westen bis 23 Uhrunsichtbarunsichtbar Häufig dominiert Jupiter dank seiner Helligkeit den Nachthimmel. Nur die Venus kann noch heller scheinen.
Saturn Saturn, aktuelle Ansicht tief am Westhorizont bis 22 Uhrunsichtbarunsichtbar Der Ringplanet ist etwa so hell wie die hellsten Sterne, welche auf seiner scheinbaren Bahn am Himmel liegen. Man erkennt Saturn an seiner etwas gelblichen Farbe.

Arnold Barmettler

Erläuterungen

Anblick: Die oben gezeigten Renderings (realistische Anblicke) der Planeten werden mit CalSKY von astro!nfo alle 20 Minuten automatisch neu gerechnet. Man kann somit z.B. die Rotation von Mars und Jupiter im Laufe einiger Stunden gut verfolgen. Um neue Versionen der Renderings zu sehen, müssen Sie die Internetseite neu laden. Halten Sie dabei die Umschalttaste [shift] gedrückt, damit auch die Bilder neu vom Server geladen werden. Wenn Sie auf die Bilder klicken, können Sie sich für jeden denkbaren Zeitpunkt die Planetenansichten berechnen lassen.

Abend, Mitternacht, Morgen: In diesen Spalten wird mit "unsichtbar", "sichtbar", "gut sichtbar" und "auffällig" vermerkt, ob der jeweilige Planet sichtbar ist. Die Nacht wird dabei grob in Abend, Mitternacht und Morgen aufgeteilt. Wobei mit Abend die Zeit nach Sonnenuntergang und mit Morgen die Zeit vor Sonnenaufgang gemeint ist. Mit den Himmelsrichtungen "Norden", "Osten", " Süden", "Westen" soll die ungefähre Richtung angegeben werden, in der ein Planet zu finden ist.

Tipp: Generelle Erscheinung des Planeten, unabhängig von der momentenen Sichtbarkeit. Dies soll Ihnen helfen die Planeten auch dann zu finden, wenn Sie nicht gerade ein aktuelles Monatsbulletin zur Hand haben.





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12.10.2001 12:02 Uhr, Arnold Barmettler

astro!nfo