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Die Planeten

Venus nähert sich rasant der Sonne und ist noch bis mitte Monat der hellste Stern am Abendhimmel. Jupiter und Saturn stehen nach Sonnenuntergang hoch im Südwesten und domineren den Himmel bis nach Mitternacht. In den Morgenstunden lässt der rot leuchtende Mars in der Nähe des ebenfalls rötlichen Antares eine schöne Konstellation entstehen, welche sich fast täglich merklich verändert.


Mars

Der rötlich am Himmel erscheinende Planet ist ab 2 Uhr am Morgenhimmel sichtbar. Er steht anfang des Monats im Sternbild Skorpion und wechselt dann in den Schlangenträger. Er zieht in den ersten Märztagen oberhalb (nördlich) am Skorpion-Stern Antares vorbei. Dieser ist etwa gleich hell und erscheint ebenfalls rötlich - ein schöner Anblick!

Jupiter und Saturn

Der Jupiter ist neben der Venus das zweithellste sternartige Objekt am Abendhimmel. Er steht im Sternbild des Stier, nahe von Aldebaran (Hauptstern des Stier, rötlich scheinend) und dem Ringplaneten Saturn. Die auffällige Sternkonstellation ist in den frühen Abendstunden nach der Dämmerung bereits hoch im Süden bis Südwesten zu sehen.

Uranus und Neptun

Die beiden lichtschwachen Planeten bewegen sich nur langsam aus der Morgendämmerung heraus, und können nicht gesichtet werden.

Merkur

Der Merkur bleibt bis Mai unsichtbar.

Venus

Die Venus nähert sich von uns aus gesehen rasch der Sonne. Anfangs steht sie als glänzender Abendstern bis um 21:30 im Westhimmel. Mitte Monat geht sie bereits um 20:30 unter, bevor sie sich in der dritten Märzdekade im gleissenden Licht der Dämmerung auflöst. Bereits am Morgen des 30. März zieht die Venus nördlich der Sonne vorbei. Weil sie sich auf ihrer Bahn gerade in den nördlichsten Regionen aufhält, kann sie durch geübte Beobachter Ende März sowohl am Abend- wie auch am Morgenhimmel beobachtet werden! Sie befindet sich dann rund 8° nördlich unseres Zentralgestirns. Die Venus geht am 29. März um 06:29 auf und um 20:14 unter; am 30. März geht sie um 06:25 auf und um 20:06 unter (für Zürich und in Sommerzeit!).
Eine weitere interessante Beobachtung können Sie bereits mit dem Fernglas machen: Weil die Venus gleich wie unser Mond Phasen zeigt, können Sie die rasch schmäler werdende Venussichel im Fernglas betrachten. Lassen Sie sich die zu erwartende Sichelgestalt berechnen. Vorsicht: Versuchen Sie diese Beobachtungen nur, wenn die Sonne unter dem Horizont steht! Gleichzeitig wird der scheinbare Durchmesser der Venusschreibe grösser: Sehen Sie die relative Grösse zu anderen Planeten mit CalSKY.

Bitte beachten Sie unsere aus aktuellem Anlass ausführliche Beschreibung der Venus und deren Erforschung.

Die Venus wird zum scheinbar grössten Planeten

Wenn der Planet Venus wie in den vergangenen Monaten als Abendstern glänzt, ist sie so auffallend, dass deswegen nicht wenige Anrufe bei den Sternwarten eingehen. Wie im Monasthema erklärt wird, zeigt die Venus im Fernrohr keine Details, ausser den Wechsel von einer kleinen runden Scheibe zu einer schmalen grossen Sichel. Im Monat März erreicht nun die Abendsichtbarkeit der Venus ihren Höhepunkt und gleichzeitig auch ihr Ende.

Die Venus kreist in einer um 1/3 geringeren Distanz als die Erde um die Sonne. Sie braucht 225 Tage für einen Umlauf um die Sonne. Die Erde wird von der Venus alle 584 Tage überholt. Dies ist am 30. März der Fall. Die Distanz zur Venus sinkt dabei auf 42 Millionen Kilometer. Da zu diesem Zeitpunkt die Venus mehr oder weniger zwischen uns und der Sonne steht (analog zur Stellung des Mondes zur Neumondzeit), sehen wir vorwiegend auf die Nachtseite der Venus. Sie erscheint im guten Fernglas oder kleinem Teleskop als kleine Sichel. Am Abendhimmel des März 2001 kann man die abnehmende Venus bis fast zur "Neuvenus" beobachten.

Bis zur Mitte des Monats bleibt die Venus auffällig am Abendhimmel Richtung Westen sichtbar. Spannend wird es in der zweiten Märzhälfte.

Anblick der Venus im invertierenden Fernrohr im März 2001, © calsky.com, A. Barmettler.
Anblick der Venus im invertierenden Fernrohr am 28.2., 5.3., 10.3., 15.3, 20.3., 25.3., 30.3., 4.4.2001. © www.CalSKY.com, A. Barmettler.

Venus wird für ein paar Tage gleichzeitig Morgen- und Abendstern sein

Venus in der Abenddämmerung bei einer Sonnenhöhe von -6 Grad

Venus in der Abenddämmerung im Monat März 2001 bei Sonnenhöhe -6 Grad. © R. Brodbeck.

Je näher sich scheinbar Venus und Sonne im März kommen, desto knapper wird die Zeitspanne zwischen Sonnenuntergang und Venusuntergang. Im Fernglas oder besser Fernrohr zeigt sich eine sehr schmale, fast eine Bogenminute grosse Sichel. Kein anderer Planet erreicht eine solche scheinbare Grösse. Im März sind die Sichtverhältnisse günstig, um die Venus auch bei knapper Winkeldistanz zur Sonne noch in der Abenddämmerung sichtbar werden zu lassen, da die Ekliptik (die scheinbare Bahn der Sonne durch die Sternbilder) steil zum abendlichen Westhorizont steht. Zudem steht die Venus Ende März fast 6 Millionen Kilometer über (nördlich) der Ebene, in der die Erde um die Sonne kreist. Dies bedeutet, dass die Venus zu diesem Zeitpunkt von der Erde aus gesehen eine ausgestreckte Faust breit über der Sonne steht.

Deshalb geht für ein paar Tage die Venus nach der Sonne unter und vor der Sonne auf, wenn auch nur knapp. Trotzdem kann man sagen, dass zumindest in unseren Breiten Venus Abend- und Morgenstern zugleich ist. Doch braucht man einen klaren Himmel, um dann die extrem dünne Venussichel mit einem Fernglas knapp über dem Horizont zu sehen. Anders als beim Mond kann die dünne Venussichel mehr als 180 Grad des Kreises umfassen. Die Venusatmosphäre streut das Sonnenlicht und verlängert die Sichel. Erfahrene Amateurastronome werden versuchen, die dünne Venussichel in den letzten Märztagen und den ersten Apriltagen auch am Tageshimmel mit Teleskopen zu beobachten. Jedoch muss dazu ohne Sonnenfilter in nur einer Faustbreite vom gleissend hellen Tagesgestirn entfernt beobachtet werden. Ein unglücklicher Schwenker des Teleskops zur Sonne kann unwiederbringlich das Augenlicht kosten. Deshalb sei an dieser Stelle vor solchen Versuchen gewarnt.

Nachdem die Venus uns überholt hat, wird sie zum Morgenstern. Frühaufsteher können sie dann als denselben strahlenden Stern sehen, der sie in den vergangenen Monaten am Abendhimmel war. Sie bleibt bis Ende des Jahres Morgenstern.


Planetenüberblick

Planetenüberblick
PlanetAnblickAbendMitternachtMorgenTipp
Merkur Merkur, aktuelle Ansicht unsichtbarunsichtbarunsichtbar Merkur kann nur kurz vor Sonnenaufgang oder kurz nach Sonnenuntergang tief am Horizont beobachtet werden.
Venus Venus, aktuelle Ansicht Heller Abendstern im Westen
bis etwa 20. März
unsichtbarunsichtbar Venus ist ülicherweise der hellste Stern am Abend- oder Morgenhimmel und wird deshalb Abend- oder Morgenstern genannt.
Mars Mars, aktuelle Ansicht unsichtbarunsichtbarsichtbar
Richtung Osten ab 2 Uhr
Mars erscheint wegen seiner rötlichen Farbe recht auffällig und kann praktisch nur mit den etwa gleich hellen Sternen Antares und Aldebaran verwechselt werden.
Jupiter Jupiter, aktuelle Ansicht hellstes Objekt im SüdwestenUntergang um Mitternachtunsichtbar Häufig dominiert Jupiter dank seiner Helligkeit den Nachthimmel. Nur die Venus kann noch heller scheinen.
Saturn Saturn, aktuelle Ansicht hell, neben Jupiter
im Südenwesten
Untergang um Mitternachtunsichtbar Der Ringplanet ist etwa so hell wie die hellsten Sterne, welche auf seiner scheinbaren Bahn am Himmel liegen. Man erkennt Saturn an seiner etwas gelblichen Farbe.

Jupitermonde

Aktuelle Stellung der Jupitermonde, Norden ist oben. (©CalSKY)
Jupitermonde
Datum von - bis Mond

05. März 2001

19:38 - 21:50

Io

12. März 2001

21:34 - 23:46

Io

13. März 2001

- 20:12

Io

20. März 2001

19:47 - 22:06

Ganymed

20. März 2001

20:19 - 22:48

Europa

21. März 2001

- 20:11

Io

28. März 2001

20:55 - 23:07

Io

Tabelle 1: An den oben tabellierten Daten wird der Jupiter zu einer für Volkssternwartenführungen günstigen Zeit vom Schatten einer seiner Monde getroffen. Für weitere Jupitermondereignissse zu anderen Zeiten und Orten verwende man den interaktiven astronomischen Kalender von CalSKY.

Die Monde von Jupiter können bereits mit einem Fernglas beobachtet werden. Versuchen Sie die hellen Punkte anhand der linksstehenden Grafik zu identifizieren: Die Namen der Monde erscheinen in der Statuszeile Ihres Browsers wenn Sie mit dem Mauszeiger darüber fahren.
Die gegenseitige Stellung der Jupitermonde ändert sich dauernd - es lohnt sich daher, Jupiter regelmässig zu beobachten.
Einen interessanten Anblick bietet Jupiter aber auch durch das Teleskop Ihrer Volkssternwarte: Dort wird man Ihnen Jupiter als eine von der raschen Rotation leicht abgeplattete Welt zeigen können. Man kann einzelne Wolkenbänder sehen, und wenn die Luft ruhig ist, werden auch feine Details darin sichtbar. Besonders spektakulär ist eine Sonnenfinsternis auf Jupiter, wenn der Schatten einer seiner Monde als schwarzer Punkt im Laufe weniger Stunden über den Riesen zieht. Die Tabelle links zeigt, wann ein Mondschatten auf Jupiter zu sehen ist, wenn typischerweise Führungen an den Volkssternwarten stattfinden (zwischen 19 Uhr und 23 Uhr). Alle Ereignisse können Sie sich mit CalSKY berechnen lassen.



Erläuterungen

Anblick: Die oben gezeigten Renderings (realistische Anblicke) der Planeten werden mit CalSKY von astro!nfo alle 20 Minuten automatisch neu gerechnet. Man kann somit z.B. die Rotation von Mars und Jupiter im Laufe einiger Stunden gut verfolgen. Um neue Versionen der Renderings zu sehen, müssen Sie die Internetseite neu laden. Halten Sie dabei die Umschalttaste [shift] gedrückt, damit auch die Bilder neu vom Server geladen werden. Wenn Sie auf die Bilder klicken, können Sie sich für jeden denkbaren Zeitpunkt die Planetenansichten berechnen lassen.

Abend, Mitternacht, Morgen: In diesen Spalten wird mit "unsichtbar", "sichtbar", "gut sichtbar" und "auffällig" vermerkt, ob der jeweilige Planet sichtbar ist. Die Nacht wird dabei grob in Abend, Mitternacht und Morgen aufgeteilt. Wobei mit Abend die Zeit nach Sonnenuntergang und mit Morgen die Zeit vor Sonnenaufgang gemeint ist. Mit den Himmelsrichtungen "Norden", "Osten", " Süden", "Westen" soll die ungefähre Richtung angegeben werden, in der ein Planet zu finden ist.

Tipp: Generelle Erscheinung des Planeten, unabhängig von der momentenen Sichtbarkeit. Dies soll Ihnen helfen die Planeten auch dann zu finden, wenn Sie nicht gerade ein aktuelles Monatsbulletin zur Hand haben sollten.





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02.06.2003 14:11 Uhr, Arnold Barmettler

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