Venus
Die Venus nähert sich von uns aus gesehen rasch der Sonne. Anfangs steht sie als glänzender
Abendstern bis um 21:30 im Westhimmel. Mitte Monat geht sie bereits um 20:30 unter, bevor sie
sich in der dritten Märzdekade im gleissenden Licht der Dämmerung auflöst.
Bereits am Morgen des 30. März zieht die Venus nördlich der Sonne vorbei.
Weil sie sich auf ihrer Bahn gerade in den nördlichsten Regionen aufhält,
kann sie durch geübte Beobachter Ende März sowohl am Abend- wie auch am Morgenhimmel
beobachtet werden! Sie befindet sich dann rund 8° nördlich unseres Zentralgestirns.
Die Venus geht am 29. März um 06:29 auf und um 20:14 unter;
am 30. März geht sie um 06:25 auf und um 20:06 unter (für Zürich und in Sommerzeit!).
Eine weitere interessante Beobachtung können Sie bereits mit dem Fernglas machen:
Weil die Venus gleich wie unser Mond Phasen zeigt, können Sie die rasch
schmäler werdende Venussichel im Fernglas betrachten. Lassen Sie sich die
zu erwartende Sichelgestalt berechnen.
Vorsicht: Versuchen Sie diese Beobachtungen nur, wenn die Sonne unter dem Horizont steht!
Gleichzeitig wird der scheinbare Durchmesser der Venusschreibe grösser: Sehen Sie die
relative Grösse zu anderen Planeten mit CalSKY.
Bitte beachten Sie unsere aus aktuellem Anlass
ausführliche Beschreibung der Venus und deren Erforschung.
Die Venus wird zum scheinbar grössten Planeten
Wenn der Planet Venus wie in den vergangenen Monaten als Abendstern glänzt, ist sie so auffallend, dass deswegen nicht wenige Anrufe bei den Sternwarten eingehen. Wie im Monasthema erklärt wird, zeigt die Venus im Fernrohr keine Details, ausser den Wechsel von einer kleinen runden Scheibe zu einer schmalen grossen Sichel. Im Monat März erreicht nun die Abendsichtbarkeit der Venus ihren Höhepunkt und gleichzeitig auch ihr Ende.
Die Venus kreist in einer um 1/3 geringeren Distanz als die Erde um die Sonne. Sie braucht 225 Tage für einen Umlauf um die Sonne. Die Erde wird von der Venus alle 584 Tage überholt. Dies ist am 30. März der Fall. Die Distanz zur Venus sinkt dabei auf 42 Millionen Kilometer. Da zu diesem Zeitpunkt die Venus mehr oder weniger zwischen uns und der Sonne steht (analog zur Stellung des Mondes zur Neumondzeit), sehen wir vorwiegend auf die Nachtseite der Venus. Sie erscheint im guten Fernglas oder kleinem Teleskop als kleine Sichel. Am Abendhimmel des März 2001 kann man die abnehmende Venus bis fast zur "Neuvenus" beobachten.
Bis zur Mitte des Monats bleibt die Venus auffällig am Abendhimmel Richtung Westen sichtbar. Spannend wird es in der zweiten Märzhälfte.
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Anblick der Venus im invertierenden Fernrohr am 28.2., 5.3., 10.3., 15.3, 20.3., 25.3., 30.3., 4.4.2001. © www.CalSKY.com, A. Barmettler.
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Venus wird für ein paar Tage gleichzeitig Morgen- und Abendstern sein
Je näher sich scheinbar Venus und Sonne im März kommen, desto knapper wird die Zeitspanne zwischen Sonnenuntergang und Venusuntergang. Im Fernglas oder besser Fernrohr zeigt sich eine sehr schmale, fast eine Bogenminute grosse Sichel. Kein anderer Planet erreicht eine solche scheinbare Grösse. Im März sind die Sichtverhältnisse günstig, um die Venus auch bei knapper Winkeldistanz zur Sonne noch in der Abenddämmerung sichtbar werden zu lassen, da die Ekliptik (die scheinbare Bahn der Sonne durch die Sternbilder) steil zum abendlichen Westhorizont steht. Zudem steht die Venus Ende März fast 6 Millionen Kilometer über (nördlich) der Ebene, in der die Erde um die Sonne kreist. Dies bedeutet, dass die Venus zu diesem Zeitpunkt von der Erde aus gesehen eine ausgestreckte Faust breit über der Sonne steht.
Deshalb geht für ein paar Tage die Venus nach der Sonne unter und vor der Sonne auf, wenn auch nur knapp. Trotzdem kann man sagen, dass zumindest in unseren Breiten Venus Abend- und Morgenstern zugleich ist. Doch braucht man einen klaren Himmel, um dann die extrem dünne Venussichel mit einem Fernglas knapp über dem Horizont zu sehen. Anders als beim Mond kann die dünne Venussichel mehr als 180 Grad des Kreises umfassen. Die Venusatmosphäre streut das Sonnenlicht und verlängert die Sichel. Erfahrene Amateurastronome werden versuchen, die dünne Venussichel in den letzten Märztagen und den ersten Apriltagen auch am Tageshimmel mit Teleskopen zu beobachten. Jedoch muss dazu ohne Sonnenfilter in nur einer Faustbreite vom gleissend hellen Tagesgestirn entfernt beobachtet werden. Ein unglücklicher Schwenker des Teleskops zur Sonne kann unwiederbringlich das Augenlicht kosten. Deshalb sei an dieser Stelle vor solchen Versuchen gewarnt.
Nachdem die Venus uns überholt hat, wird sie zum Morgenstern. Frühaufsteher können sie dann als denselben strahlenden Stern sehen, der sie in den vergangenen Monaten am Abendhimmel war. Sie bleibt bis Ende des Jahres Morgenstern.