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· Sternenhimmel · Planeten · Sternschnuppen · Sonne · Mond · Astronomie im 2. Jahrtausend ·

Sternenhimmel

Sternenhimmel
Der Sternenhimmel über Mitteleuropa gegen Süden. Die Sterne und Planeten wurde für die Abende zur Monatsmitte Dezember dargestellt. Die Mondposition stimmt für den 15. Dezember, 20:00 MEZ.


Im ersten Wintermonat dominieren die Planeten Jupiter und Saturn den Sternenhimmel nach dem frühen Sonnenuntergang. Den im Vergleich mit der Erde im Durchmesser 12 mal grösseren Planeten Jupiter sieht man als sehr hellen, weissen Stern hoch im Süden. In einem Fernglas zeigen sich neben dem Planeten vier Sternchen. Es sind die schon von Galilei beobachteten grossen Monde des Jupiters. Ein Stück links vom Jupiter sieht man einen im Vergleich zu Jupiter nicht ganz so hellen Stern. Es ist Saturn, der Planet mit dem Ring. Um den Ring zu sehen, müssen Sie jedoch eine Sternwarte besuchen. Am frühen Morgen ist gegen Südosten ein sehr heller Stern zu sehen. Es ist die Venus, die als Morgenstern glänzt.

Der Sternenhimmel ist am Abend Richtung Süden bis auf die Planeten Jupiter und Saturn relativ arm am hellen Sternen. In dieser Region steht das entfernteste, von blossem Auge sichtbare Objekt, die Galaxie in oder besser gesagt hinter dem Sternbild Andromeda (siehe Sternkarte). In einer dunklen Nacht sieht man diese Galaxie als eine schwach schimmernde, längliche Wolke. Dies ist das Licht von mehreren hundert Milliarden Sonnen. Diese Sonnen sind soweit weg, dass das Licht von der Andromeda-Galaxie zweieinhalb Millionen Jahre unterwegs war, um bis zu uns zu gelangen. Zum Vergleich: Das Licht braucht nur gut eine Sekunde vom Mond bis zur Erde, aber schon etwas mehr als 8 Minuten von der Sonne zur Erde. Die unserer Milchstrasse nicht unähnliche Galaxie zeigt sich besonders gut im Fernglas. Sie erscheint etwa vier mal so lang wie der Vollmonddurchmesser.


Planeten

Merkur Merkur

Der sonnennächste Planet kann bis zum 15. Dezember als heller Stern in der Morgendämmerung knapp über dem Horizont in Richtung Südosten gefunden werden. Die beste Beobachtungszeit für Merkur ist gegen 7 Uhr morgens.



Venus Venus

Venus strahlt weiterhin als Morgenstern. Sie ist bei weitem das hellste Gestirn am morgentlichen Himmel. So kann man sie wohl kaum übersehen, wenn man vor Sonnenaufgang gegen Osten blickt. Für Fernrohrbesitzer ist allerdings die Glanzzeit der Venus vorbei. Aufgrund der zunehmenden Distanz zur Erde wird der Planet kleiner und die Phase immer runder.



Mars Mars

Mars kann als rötlicher, mässig heller Stern Richtung Südwesten gesehen werden. Am 3. Dezember bekommt Mars Besuch von der Erde. Ein Roboter wird in der Nähe des Südpols des Planeten landen, wo am 25. Dezember der Südsommer beginnt und der Mars Polar Lander die folgenden sonnigen Monate für seine Untersuchungen nutzen wird.



JupiterJupiter

Der Jupiter ist als auffällig heller Stern am Abend Richtung Südosten bis Süden zu sehen. Obwohl die Distanz zu Jupiter wieder langsam zunimmt, zeigt der Planet viele Details seiner turbulenten Wolkenschichten.



Saturn Saturn

Etwas links von Jupiter findet man einen recht hellen, gelblichen Stern. Es ist der Planet Saturn. Schon ein kleineres Fernrohr zeigt den berühmten Ring.




Sternschnuppen (Meteorströme) Meteore

Geminiden-Meteorstrom
Vom 6. bis 17. Dezember sind diese Sternschnuppen aktiv. Das Maximum wird für den Morgen vom 14. Dezember erwartet. Es werden dann stündlich etwa 60 Meteore über den Himmel huschen. Dies ist zwar im Vergleich mit dem Leonidensturm vom November 1999 mit seinen über 5000(!) Sternschnuppen pro Stunde nicht viel, aber für die übliche jährliche Sternschnuppentätigkeit gilt der Geminiden-Meteorstrom als recht aktiv.

Ursiden-Meteorstrom
Die vom Kometen 8P/Tuttle stammenden Staubkörner treffen die Erde in der Nacht vom 22. auf den 23. Dezember. Sie sind die ganze Nacht beobachtbar und es werden ca. 20 Sternschnuppen pro Stunde erwartet.

Sonne Sonne

Sonnenflecken

Sonne Astronomisch beginnt der Winter am 22. Dezember um 08:44 MEZ. Mittags steht dann die Sonne nur gerade 20 Grad über dem Schweizer Horizont, während sie an der Sommersonnenwende eine Horizonthöhe von 66 Grad erreicht.
Ausgerüstet mit Spezialfiltern zeigen sich auf der Sonnenoberfläche dunkle Flecken, die sich in ihrer Zahl und Form im Laufe von Tagen verändern. Alle 11 Jahre gibt es ein Maximum dieser Sonnenaktivität und da das nächste Maximum in den kommenden Monaten bevorsteht, lohnt es sich, häufiger einen Blick darauf zu werfen. Aber nicht vergessen: nie die Sonne ohne spezielle Sonnenfilter beobachten! Ein Blick durch ein ungeschütztes Fernrohr oder einen Feldstecher kann zur Erblindung führen.
Einige Sternwarten führen spezielle Beobachtungsmöglichkeiten während des Tages durch. Am besten Erkundigen Sie sich direkt bei Ihrer nächsten Sternwarte. Die entsprechenden Adressen finden Sie im offiziellen Verzeichnis der Schweizer Sternwarten. Ob sich ein Besuch lohnt, sehen Sie auf dem kleinen Sonnenbild, welches praktisch täglich aktualisiert wird.


Mond Mond

7. Dezember 23h32mMoonNeumond
16. Dezember1h50mMoonErsters Viertel
22. Dezember 18h31mMoonVollmond
29. Dezember 15h04mMoonLetztes Viertel

Mit einem Feldstecher oder Fernrohr erscheinen Mondkrater, Berge und Täler an der Lichtschattengrenze des Mondes besonders plastisch, da hier die Sonnenstrahlen flach auf das Mondrelief fallen und lange Schatten werfen. Die beste Zeit für die Mondbeobachtung ist deshalb der zunehmende Mond zwischen Neumond und Vollmond am Abend oder der abnehmende Mond in der zweiten Nachthälfte. Vollmond ist für die Mondbeobachtung äusserst ungünstig, da dann die Sonnenstrahlen fast senkrecht auf die Mondoberfläche fallen und keine Schatten werfen.
Als Orientierungshilfe können Sie unserer interaktive Mondkarte verwenden, welche über 800 Krater und Mondmeere beinhaltet.

29. November 1999, Roland Brodbeck


Thema

Astronomie im zweiten Jahrtausend

Obwohl das 3. Jahrtausend nach den Regeln der Kalenderrechnung erst am 1. 1. 2001 beginnt, empfinden die meisten Leute den 1.1.2000 als den Beginn eines neuen Zeitalters. Deshalb wollen wir diesen Monat einen Rückblick auf das ausgehende Jahrtausend geben, auch wenn es bis zum Jahrtausendwechsel noch 13 und nicht nur ein Monat dauern wird.

Zu Beginn des 2. Jahrtausends existierten wenige brauchbare Erkenntnisse über den Aufbau des Weltalls. Astronomen gab es östlich von Europa. Viele Sterne tragen deshalb heute noch arabische Namen. In Europa wurde nicht Erkenntnis gesucht sondern das Weltbild wurde von den Mächtigen der Zeit wie Päpste und Königen diktiert und brutal durchgesetzt. Der Buchdruck und die Reise des Kolumbus brachten etwas Bewegung in die starre Welt. Doch blieben astronomische Wahrheiten, wie das eigentlich auf die alten Griechen zurückgehende heliozentrische Weltbild, das von Copernicus 1543 neu diskutiert wurde, bis und mit 1600 im Verborgenen, da ein öffentliches Bekenntnis gegen eine im Zentrum des Kosmos ruhende Erde ein Ende auf dem Scheiterhaufen bedeutete.

Am Anfang des 17. Jahrhunderts wurde zum ersten Mal das Fernrohr in der Astronomie eingesetzt. Die von Galilei gemachten Beobachtungen, zu denen die Entdeckung der Jupitermonde und die Phasen der Venus gehörten, zusammen mit den Gesetzten der Planetenbewegung von Johannes Kepler, lieferten nun starke Beweise für eine Bewegung der Erde um die Sonne. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts hob das Gravitationsgesetz von Isaac Newton die Trennung zwischen den Gesetzten der Gestirnen und der Gesetze der Erde auf. Eine auf der Erde erforschbare Kraft, die Kraft, welche einen Gegenstand zu Boden fallen lässt, bestimmt auch den Lauf der Planeten. Das Wissen um das Planetensystem nahm stetig zu. 1706 entdeckte Edmond Halley, dass der heute nach ihm benannte Komet periodisch wiederkehrte und 1781 entdeckte Wilhelm Herschel den Planeten Uranus.

Über das Weltall jenseits des Sonnensystems wusste man im 18. Jahrhundert kaum nennenswerte. Erst 1838 mass Friedrich Wilhelm Bessel zum ersten Mal unsere Entfernung zu einem Fixstern. Der von Bessel vermessene Nachbar 61 Cygni ist 700'000-mal weiter von der Erde entfernt als die Sonne oder 35'000-mal weiter weg als der ein halbes Jahrhundert zuvor entdeckte Planet Uranus. Neptun, der noch weiter entfernt als Uranus seine Bahn um die Sonne zieht, wurde mit Hilfe des Newtonschen Schwerkraftgesetzes von Urbain Leverrier vorhergesagt und von Gottfried Galle an der berechneten Position tatsächlich gefunden. Es war ein Triumph der Himmelsmechanik des 19. Jahrhunderts. Die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Gustav Robert Kirchhoff und Robert Bunsen entwickelte Spektralanalyse (Untersuchung des Lichts) versetzte die Wissenschaft erstmals in die Lage, die chemische Zusammensetzung ferner Himmelskörper zu bestimmen. Die vielleicht bedeutendste damit gewonnene Erkenntnis war, dass die Fixsterne Sonnen wie die unsere sind.

Obwohl manche Wissenschaftler um 1900 glaubten, jetzt seien alle Gesetzte entdeckt und der Fortschritt werde sich künftig auf rein technische Erfindungen beschränken, hatte das 20. Jahrhundert viel Überraschendes bereit. Albert Einstein mit der Relativitätstheorie und Max Planck mit der Quantenmechanik erweiterten die Physik entscheidend und zeigten, dass unsere Alltagswelt nur ein Spezialfall zwischen Mikrokosmos und Makrokosmos ist.

Hubble entdeckte in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts des 2. Jahrtausends, dass die Milchstrasse, die unseren Nachthimmel beherrscht, nur eine von vielen, Millionen von Lichtjahre voneinander entfernten Galaxien ist. Mehr noch, Hubble zeigte, dass das Weltall in ständiger Ausdehnung begriffen ist. Wie wenn die Galaxien auf der Haut eines sich aufblasenden Ballons gezeichnet wären, entfernen sie sich voneinander. Je grösser die Distanz zwischen zwei Galaxien ist, desto schneller nimmt die Distanz zwischen ihnen zu. 1965 wurde von Arno Penzias und Robert W. Wilson die kosmischen Hintergrundstrahlung entdeckt. Dies ist –270 Grad Celsius warme, aus allen Richtungen kommende Strahlung, die von einem heissen und dichten Anfang des Weltraums vor etlichen Milliarden Jahren zeugt. Zusammen mit der schon bekannten dauernden Ausdehnung des Weltalls wurde nun der Urknall bewiesen.

1969 erlebte die zwölf Jahre früher begonnene Raumfahrt Ihren ersten Höhepunkt. Zum ersten Mal betraten Menschen einen fremden Himmelskörper, den Mond (Apollo 11, 1969). Das Bild der Erde vom Mond aus fotografiert zeigte unsere Heimat als kleine Welt mit begrenzten Ressourcen in einer fast grenzenlosen dunklen Leere.

Die letzten Jahre des Jahrtausends sind von einem revolutionären Fortschritt in der Technik geprägt. Wir schicken Roboter zu den Monden und Planeten unserer Sonne und lernen so neue Welten kennen. Immer präzisere Instrumente erlauben uns immer tiefere Einblicke in die Geheimnisse des Kosmos. Als eine der jüngsten wichtigen Ergebnisse der Erforschung des Weltalls mag der 1995 von Michel Mayor und Didier Queloz erbrachten Nachweis von um unserer Sonne ähnliche Sterne kreisender Planeten sein.

Unser Weg im 2. Jahrtausends war wissenschaftlich geprägt vom Verlust der Einmaligkeit unserer Stellung im Weltall. Nach 1600 ersetzte die Sonne die Erde in der Mitte des Weltalls. Danach sollte wenigstens die Sonne in der Mitte der Milchstrasse sein. Doch weder befinden wir uns in der Mitte der Milchstrasse noch ist unsere Sonne irgendwie anders als die übrigen paar 100 Milliarden Sonnen der Milchstrasse. Auch die Milchstrasse selbst ist nichts besonderes unter den 50 bis 100 Milliarden sichtbaren Galaxien. Man hielt es bis vor kurzem zumindest für möglich, dass die Entstehung eines Planetensystems so unwahrscheinlich ist, dass wenigstens deshalb unseres ziemlich einzigartig sei. Doch ist auch dies jüngst widerlegt worden. Die Entdeckung von Staubscheiben um junge Sterne und die Entdeckung von immer mehr Planeten, die um unsere Nachbarsonnen kreisen, sprechen eine deutliche Sprache. So scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis im dritten Jahrtausend auch bewiesen wird, dass die Erde nicht die einzige Welt mit Leben ist.

Die Zeit, als man noch für die hier geäusserten Gedanken in der Folterkammer und danach auf dem Scheiterhaufen landete, scheint 500 Jahre entfernt zu sein. Doch denken wir daran, dass die modernen Erkenntnisse der Naturwissenschaften in manchen christlichen Sekten als verwerflich gelten. In den USA ist die politisch mächtige Lobby der Kreationisten dabei, über Schulgesetze die moderne Naturwissenschaft aus dem Unterricht zu verdrängen. Die Expansion des Weltalls, die Lehre von Milliarden Jahren alten Erde und die Evolutionslehre stehen auf dem Index der Kreationisten. Ihr in Kansas bereits durchgesetztes Schulgesetz verpflichtet die Lehrer, astronomische Tatsachen als alternative Theorie einiger Gottloser zu lehren. Es ist zu befürchten, dass weitere Bundesstaaten der USA folgen werden. Ein alarmierender Schritt zurück in die erste Hälfte des 2. Jahrtausends.

Somit ist es noch nicht gesichert, dass wir im dritten Jahrtausend in einer aufgeklärten Welt leben werden. Der Fall Kansas und fundamentalistische Strömungen in anderen Religionen zeigen, dass sich ein aufgeklärtes Weltbild noch nicht definitiv durchgesetzt hat. Deshalb wird die astronomische Öffentlichkeitsarbeit, sei es bei der Sternwartenführung, in der Presse oder via Internet, auch im am 1.1.2001 beginnenden 21. Jahrhundert ein wichtiger Beitrag sein, um Rückschritte wie in Kansas zu verhindern.

29. November 1999, Roland Brodbeck



Dieser Bericht wird gemeinsam herausgegeben von

Schweizerische Meteorologische Anstaltastro!nfo Switzerland




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16.10.2001 16:56 Uhr, Arnold Barmettler

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