Merkur in jahresbester Abendsichtbarkeit
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Bild: Die Höhe von Merkur über Horizont ändert täglich. Grafik Thomas Baer. |
Selten ist der flinke Planet Merkur so gut zu sehen wie dieser Tage. Noch bis zum 20. Mai 2008 bietet er uns eine ausgesprochen gute Abendsichtbarkeit.
tba.
In der griechischen Antike hatte Merkur gleich mehrere Funktionen, bezog man ihn auf den Gott und Götterboten Hermes und sah in ihm den Schutzpatron der Händler, Wegelagerer und Diebe, brachte ihn aber auch mit den Titanen Metis und Koios in Verbindung. Bei den Römern entsprach Hermes dem Mercurius, was aus dem lateinischen Wort mercari abgeleitet, so viel wie Handel treiben bedeutet. Der Mittwoch, französisch mercredi, ist bis in unsere Zeit der Merkurtag.
Der sonnennächste Planet umkreist das Tagesgestirn in knapp 88 Tagen einmal. Dies allein erklärt schon, warum Merkur nur ganz selten und oft unter schwierigen Bedingungen überhaupt gesehen werden kann. Da er sich stets im Strahlenglanz der Sonne aufhält, schafft er es nur wenige Male pro Jahr, in der Abenddämmerung nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang in Erscheinung zu treten. Im Augenblick sind die Verhältnisse geradezu optimal, mit einem Fernglas bewaffnet, nach dem Winzling über dem Nordwesthorizont Ausschau zu halten.
Optimal zu sehen bis Mitte Mai
Seit einigen Tagen kann man Merkur gegen 21.15 Uhr MESZ sehen. In der ersten Maiwoche verbessern sich die Bedingungen stetig. Da die Ekliptik, die scheinbare jährliche Sonnenbahn, entlang derer sich auch die Planeten bewegen, im Frühjahr steil über den Westnordwesthorizont steigt, wird Merkur weit über die Horizontlinie gehoben, was ihn aus den hellsten Bereichen der Abenddämmerung entweichen lässt. Auch seine Helligkeit dürfte sein Aufsuchen erleichtern. Besonders einfach findet man Merkur am Abend des 6. Mai, wenn die zunehmende Sichel des Mondes 2° nordwestlich, das entspricht etwa vier Mondbreiten, von ihm entfernt steht. Am 14. Mai erreicht er mit 21.8° die so genannte grösste östliche Elongation. Gemeint ist damit der maximale seitliche Winkelabstand von der Sonne. Beobachtet man Merkur zu diesem Zeitpunkt durch ein Fernrohr, erscheint das Planetenscheibchen genau hälftig beschienen. In den folgenden Tagen wandert Merkur räumlich betrachtet zwischen Sonne und Erde durch, womit wir immer mehr auf seine unbeleuchtete, Sonne abgewandte Seite blicken.
Deutlich ist am Teleskop auch zu verfolgen, wie sich durch die kleiner werdende Distanz zwischen Erde und Merkur dessen scheinbarer Durchmesser vergrössert. Ein letztes Mal sieht man den flinken Planeten um den 21. Mai herum.
29.04.2008
Weiterführende Links
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29.04.2008, Thomas Baer
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