Endeavour nach längster ISS-Mission gelandet
 |
Bild: Endeavour landet in Florida nach einer langen Mission zur ISS. NASA TV. |
Am Donnerstagmorgen wurden um 00.33 Uhr MEZ die Bremstriebwerke von Endeavour gezündet. Dadurch wurde der Space Shuttle um gut 300 km/h gebremst. Dies genügte damit das Raumschiff aus der Erdumlaufbahn fiel und zur Nachtlandung in Florida ansetzen konnte. Etwas mehr als eine Stunde später setzte Endeavour sanft auf der Piste des Kennedy Space Centers auf und beendete die längste Mission eines Space Shuttles zur Raumstation ISS erfolgreich.
aba.
In der Nacht vom Mittwoch auf den Donnerstag waren zwei Landemöglichkeiten in Florida möglich. Die Wettervorhersagen waren eigentlich gut, aber die Wetterbedingungen wurden trotzdem direkt vom Flugzeug aus in der Umgebung der Landebahn überprüft. Der Astronaut an Bord dieses Flugzeugs, Brent Jett, beobachtete zu dichte Wolken und liess die erste Landemöglichkeit platzen. Die Entwarnung von der Wetterfront kam nur 10 Minuten vor dem Zünden der Bremstriebwerke für die letzte Landemöglichkeit für die nächsten 24 Stunden. Dadurch kam es zu einer Nachtlandung in Florida am 27. März 2008 um 01.39 Uhr MEZ.
Während der 16-tägigen STS-123-Mission wurden fünf Außenbordeinsätze durchgeführt. Das Space Shuttle brachte zwei neue Elemente zur ISS: das erste Modul "ELM-PS" (Experiment Logistics Module - Pressurized Section) des japanischen Raumlabors Kibo und das in Kanada gebaute zweiarmige Robotersystem "Dextre". Dextre wird am Roboterarm der ISS angebracht und ermöglicht damit den Transport von kleinere Bauteilen außerhalb der Raumstation. Jeder der beiden Dextre-Arme ist mit einer Greifhand ausgestattet.
Während der Mission wurde Endeavour zum ersten Mal vollständig von Bord der ISS mit Energie versorgt. Bisher hatten die Raumfähren nur ihre Reserven mit Energie von der ISS aufgefüllt. Dadurch wurde die lange Missionsdauer überhaupt möglich.
 |
Kurz vor der Landung in Florida: Die Landepiste aus der Sicht des Piloten. NASA TV.
Bereits am 3. April erhält die ISS wiederum Besuch von einem Raumschiff: Das erste Automatischen Transferfahrzeugs (ATV) der ESA, „Jules Verne“, wird an die Raumstation andocken. Das ATV und die Raumstation können in den nächsten Tagen von Mitteleuropa aus jeweils abends beobachtet werden, wie sie innerhalb von wenigen Minuten unhörbar über den Himmel ziehen.
27.03.2008
Mehr zum Thema
Weiterführende Links